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Störungen der weiblichen Sexualität

Der Mensch kommt bereits als sexuelles Wesen auf die Welt. Schon bei Babys und Kleinkindern sehen wir deutlich, wie wohl sie sich beim unbekümmerten Betasten ihrer Geschlechtsorgane fühlen. Seelische Sexualentwicklung, spätere sexuelle Verhaltensweisen sowie die Einstellung zu Liebe und Partnerschaft formen sich bereits in frühester Kindheit. In den einzelnen Lebensphasen einer Frau kann Sexualität einen ganz unterschiedlichen Stellenwert besitzen.

Das junge Mädchen erlebt die Phase der ersten sexuellen Kontakte vielleicht eher verwirrend und noch nicht so selbstbewusst und lustvoll wie die junge Frau, die ihren Körper und seine erogenen Zonen besser kennt. Bei einer jungen Mutter kann körperliche Sexualität eine Zeit lang in den Hintergrund treten, weil sie erst ihre Mutterrolle und die Rolle der Sexualpartnerin in Einklang bringen muss oder sich von ihrem Partner zu wenig unterstützt fühlt.

Frauen in den Wechseljahren wiederum definieren ihre Sexualität ganz anders. Manche Frauen verlieren eher das Interesse (möglicherweise durch die Hormonumstellung), andere genießen den Sex unbelastet von der Notwendigkeit zur Verhütung besonders intensiv.

Schwere Störungen der Sexualität sind in manchen Fällen die Folge früherer seelischer Traumatisierungen (im Extremfall z. B. Missbrauch als Kind oder Vergewaltigung). Aber auch ohne eine solch dramatische Vorgeschichte ist die Fähigkeit, Sexualität lustvoll zu erleben, von vielen Faktoren abhängig: Anspannung, Stress, Müdigkeit, Angst, Unsicherheit, körperliche Erkrankungen, Probleme in der Partnerschaft und vieles mehr können den Sexualdrang und die sexuelle Erlebnisfähigkeit beeinträchtigen.

Neben psychischen Belastungsfaktoren gibt es auch körperliche und seelische Krankheiten (z. B. Diabetes, Depressionen), bei denen eine Störung der Sexualität als Symptom auftreten kann oder deren Behandlung solche Störungen als Nebenwirkung verursacht. Nicht alle Menschen empfinden Sexualität so harmonisch.

Die wichtigsten Arten von Sexualstörungen bei der Frau

Gestörte Lipido

Libido heißt Lust (auf Sex). Ist sie nicht ausgeprägt oder fehlt sie, kann das viele verschiedene Gründe haben. Ein Auf und Ab der Libido im Laufe des weiblichen Zyklus ist normal. Die Natur hat es so eingerichtet, dass frau besonders „paarungsbereit“ ist, wenn die Wahrscheinlichkeit für eine Empfängnis ansteigt (nach dem Eisprung). Neben körperlicher Erschöpfung, Stress und Partnerschaftsproblemen können körperliche oder seelische Erkrankungen (z. B. neurologische oder Stoffwechselerkrankungen, Depressionen) die Libido beeinflussen.

Orgasmusstörung

Gerade bei Frauen ist die Fähigkeit, einen sexuellen Höhepunkt (Orgasmus) zu erleben, sehr störanfällig. Da muss optimalerweise alles passen: die Stimmung, der Ort und vor allem der richtige Partner oder die richtige Partnerin. Das Erlangen einer normalen Orgasmusfähigkeit ist für Frauen ein Lernprozess. Mädchen und Frauen müssen ihren Körper und seine Stimulationsmöglichkeiten erst mal selbst kennen lernen, damit sie den Sex mit dem Partner oder der Partnerin so gestalten können, dass sie zum Höhepunkt kommen. Eine Frau, die durch das Eindringen des Penis in die Vagina nicht zu einem „vaginalen“ Orgasmus kommt, leidet deshalb noch nicht unter einer Orgasmusstörung. Viele Frauen kommen schneller durch Stimulation der Klitoris mit der Hand oder mit dem Mund zum Höhepunkt.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (medizinisch Dyspareunie) können Ausdruck einer körperlichen Erkrankung im Genitalbereich bzw. im Unterbauch sein (z. B. Entzündungen, Verwachsungen nach früheren Operationen, nach Strahlenbehandlung, Zysten am Eierstock). Besonders wenn solche Beschwerden neu auftreten, sollten sie ärztlich abgeklärt werden. Treten Schmerzen seit Beginn sexueller Aktivitäten auf und machen eventuell sogar den Geschlechtsverkehr unmöglich, könnte eine Missbildung im Bereich der Geschlechtsorgane der Grund sein.

Kann eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden, liegen die Gründe am ehesten im psychischen Bereich. Eine psychisch bedingte Sexualstörung, die Geschlechtsverkehr unmöglich macht, ist beispielsweise der Vaginismus. Bei Vaginismus spannt sich die Muskulatur im unteren Bereich der Vagina unwillkürlich so stark an, dass ein Eindringen eines Penis unmöglich wird. In schweren Fällen nicht einmal ein Instrument für eine gynäkologische Untersuchung oder ein Tampon eingeführt werden.

Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten bei sexuellen Störungen

So unterschiedlich wie die Ursachen sexueller Störungen, so unterschiedlich und individuell angepasst sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Wurden direkte körperliche Ursachen wie Fehlbildungen, Entzündungen etc. ausgeschlossen und liegen auch keine Grunderkrankungen vor, die den Sexualtrieb beeinflussen, sollte in der Untersuchungsbefragung (Anamnese) auf die Vorgeschichte und aktuelle Lebenssituation der Patientin eingegangen werden. In Abhängigkeit von der Ursache der sexuellen Störung kann eine Behandlung mit Medikamenten (z. B. Hormonen) oder auch eine Psychotherapie oder eine Kombination von beidem in Frage kommen.

Naturheilkundliche Behandlung von Sexualstörungen

Körperliche Erkrankungen, die eine Sexualstörung verursachen, werden, wenn möglich, mit naturheilkundlichen Methoden behandelt bzw. ihre schulmedizinische Therapie wird mit den Mitteln der Naturheilkunde unterstützt. Sexualstörungen mit seelischem Hintergrund bedürfen einer sensibel und individuell ausgewählten Therapie.

Homöopathische Konstitutionsbehandlung

Eine homöopathische Konstitutionsbehandlung kann auch auf seelischer Ebene Erstaunliches bewirken. Da „gestattet“ es sich die prüde erzogene Patientin mit einem Male sexuellen Genuss zu empfinden, da kann sich die sonst so Kontrollierte (oder Kontrollierende) endlich entspannen und die übermäßig Aufopfernde kann mehr Unterstützung von ihrem Partner einfordern, damit sie abends noch Lust auf Sex mit ihm hat. Und missbrauchte Frauen können möglicherweise, unterstützt durch Homöopathie, ihre seelischen Traumata zum ersten Mal in Worte fassen.

Bachblüten-Therapie

Mit Hilfe der Bachblüten-Therapie können ebenfalls sehr intensive psychische Entwicklungen in Gang gesetzt werden. Eine erfahrene Bachblüten-Therapeutin kann die für Sie passenden Blüten gezielt auswählen und zu einer Blütenmischung zusammenstellen. Bachblüten, die bei der Behandlung von Sexualstörungen häufig eingesetzt werden, sind zum Beispiel Agrimony (Odermennig), Crab Apple (Holzapfel), Mimulus (Gefleckte Gauklerblume), Olive (Olive), Pine (Kiefer), Star of Bethlehem (Doldiger Milchstern) oder Wild Rose (Heckenrose).

Vaginaltraining gegen Vaginismus

Durch ein Vaginaltraining soll die Vaginalmuskulatur langsam und schrittweise gelockert werden. Wenn der Vaginismus als Reflex auftritt, kann auf diese Weise nach und nach der Reflex ausgeschaltet werden. Jede betroffene Frau kann das Vaginaltraining nach den eigenen Möglichkeiten und Bedürfnissen gestalten. Sie führt dabei Gegenstände in die Scheide ein, deren Durchmesser nach und nach gesteigert wird. Medizinische Vaginaltrainer als Set in unterschiedlicher Stärke (z. B. Amielle Vaginaltrainer) können vom Arzt verschrieben werden.

Wenn das Vaginaltraining so weit fortgeschritten ist, dass eine Sonde in die Vagina eingeführt werden kann, können Frauen die Biofeedback-Methode anwenden. Die Sonde misst die Muskelaktivität in der Vagina, und über ein Computerprogramm werden die Werte als Kurvendiagramm sichtbar gemacht. Frauen können nun lernen, ihre Muskeln gezielt anzuspannen und zu entspannen. Über den Bildschirm erfolgt die direkte Rückmeldung (feedback). Durch das Biofeedback lernt die Frau, ihre Vaginalmuskulatur zu kontrollieren. Die Biofeedback-Methode kann mit einer Elektrostimulation kombiniert werden. Mit Hilfe der Sonde werden dabei leichte elektrische Impulse an die Muskeln gesendet, um diese gezielt zu entspannen. Selbsthilfegruppen für Frauen mit Vaginismus finden Sie im Internet.


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