deutsch english france russian

Wichtiger Hinweis:

Informationen aus diesem Gesundheitsportal sollten Sie niemals als einzige Informationsquelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. …weiterlesen

Klartext bei Nahrungsergänzungsmitteln: Die meisten wirken nicht

Schlankheitspillen, Gelenkkapseln: Verbraucher geben jährlich mehr als eine Milliarde Euro für Nahrungsergänzungsmittel aus. Dabei sind die meisten wirkungslos, andere mitunter sogar gefährlich.

Das Wichtigste in Kürze:

Der weitaus größte Teil der Bevölkerung ist heute mit Nährstoffen ausreichend versorgt. Trotzdem nimmt in Deutschland jeder Dritte Nahrungsergänzungsmittel ein, so eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen. Die Werbung überschlägt sich mit wohlklingenden Versprechen, wonach uns Vitamine, Mineralstoffe oder exotische Pflanzenstoffe zu einem gesünderen Leben verhelfen. Davon verunsichert kaufen Verbraucher häufig vorsorglich Nahrungsergänzungsmittel, erhalten aber zu wenig verlässliche Informationen über die Produkte und unterschätzen daher mögliche Risiken.

Zwei Missverständnisse sind besonders weit verbreitet. Das zeigt die aktuelle, repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen:

1. Positive Wirkungen Fehlanzeige

Die Mehrheit (51 Prozent) der 1001 Befragten hält Nahrungsergänzungsmittel für gesundheitsförderlich. 35 Prozent halten sie für schädlich. Tatsächlich sind die meisten Pillen und Pulver schlicht wirkungslos für Menschen, die sich normal ernähren, also keinen Mangel an bestimmten Nährstoffen haben. Bei Vorerkrankungen, durch Wechselwirkungen mit Medikamenten oder bei zu hoher Dosierung einzelner Inhaltsstoffe können einige Produkte aber auch schaden. Eine Übersicht über die verschiedenen Inhaltsstoffe finden Sie hier.

2. Wirksamkeit und Sicherheit nicht geprüft

Dass Nahrungsergänzungsmittel staatlich auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft werden, glauben 47 Prozent der Befragten. Dabei liegen die 44 Prozent richtig, die nicht daran glauben: Nahrungsergänzungsmittel sind in Deutschland gesetzlich definiert als Nährstoffe in konzentrierter Form, zum Beispiel in Kapseln oder Tabletten, die nur dazu bestimmt sind, die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Eine Zulassung wie bei Arzneimitteln gibt es nicht. Die Produkte werden auch nicht auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit sowie die Richtigkeit der Werbeaussagen hin überprüft. Dafür ist ganz alleine der Hersteller verantwortlich. Wir haben in einem Artikel zusammengetragen, welche Vorschriften für Nahrungsergänzungsmittel genau gelten.

Dass Nahrungsergänzungsmittel generell sicher sind und die Gesundheit fördern, ist also ein Märchen. Besonders die Verbraucher, die solche Produkte kaufen, vertrauen aber darauf. Laut der Umfrage glauben 83 Prozent der Käufer von Nahrungsergänzungsmitteln an einen positiven Effekt und 55 Prozent daran, dass die Produkte staatlich geprüft worden sind.

Unser Internetangebot Klartext Nahrungsergänzung setzt an dieser Stelle an und bringt mehr Klarheit in den unübersichtlichen Markt. Hier finden Sie Informationen über Risiken und mögliche Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln und bekommen Antworten auf Fragen oder können sich auch beschweren.

Wenn Sie sich fragen, ob Sie ein Nahrungsergänzungsmittel kaufen und einnehmen sollten, hilft auch diese Checkliste:

Die Verbraucherzentralen fordern Klartext bei Nahrungsergänzungsmitteln

Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass nur gesundheitlich unbedenkliche Produkte auf dem Markt sind. Politik und Gesetzgeber müssen dafür sorgen, dass...
Solange es keine europaweiten Regelungen gibt, sind nationale Regelungen erforderlich.

Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V., Düsseldorf, 18.01.2017