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Rheuma bei Kindern

Dass auch Kinder an Rheuma erkranken können, ist vielen Menschen nicht bewusst. Schließlich klagen Kinder recht häufig über Gelenkschmerzen, besonders im Knie- und Fußbereich, ohne dass ein krankhafter Befund dahinter steht. Flüchtige Gelenkschmerzen ohne organischen Befund können nach Überanstrengung eintreten, aber auch psychogen bedingt sein, um die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich zu lenken. Dennoch muss, wenn die Beschwerden häufiger auftreten, an eine Erkrankung des Rheumatischen Formenkreises gedacht werden. Denn wie für Erwachsene, so gilt auch für Kinder: Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen und desto sicherer lassen sich Gelenkdeformationen oder andere bleibende Schäden verhindern. Wenn Kinder unter Rheuma leiden, dann reicht es nicht aus, ihnen die gleiche Behandlung wie Erwachsenen zu geben und lediglich die Dosis zu reduzieren. Kinder benötigen eine spezielle Therapie, die auch die durch die Krankheit unweigerlich eintretende soziale und psychische Belastung berücksichtigt. Es gibt in Deutschland mittlerweile mehrere Rheumazentren, die speziell auf die Behandlung von Kindern eingestellt sind. Adressen erfahren Sie zum Beispiel bei der Deutschen Rheumaliga in Bonn. Rheuma bei Kindern ist in der Regel ein entzündliches Geschehen. Das Verschleißrheuma des älteren Menschen kommt im Kindesalter noch nicht vor. Bei und nach Infektionskrankheiten kann es zu Gelenkreaktionen kommen – eine reaktive Arthritis. Eine flüchtige Hüftgelenksentzündung, auch Hüftschnupfen genannt, ist nach Infektionen der oberen Atemwege bekannt. Aber auch Magen-Darm- und Harnwegs infekte können mit solchen reaktiven Gelenkentzündungen einhergehen. Das Rheumatische Fieber kann etwa drei bis vier Wochen nach einem Streptokokkeninfekt im Nasen- Rachen-Raum als Folgekrankheit auftreten. In seltenen Fällen ist insbesondere bei atypischem Gelenkbefallmuster auch an bösartige Krankheiten sowie Bluterkrankungen zu denken.

Kindliches Rheuma im engeren Sinne, die juvenile chronische Arthritis, umfasst verschiedene, uneinheitliche, auch von der Prognose her unterschiedliche Krankheitsbilder. Es beginnt vor dem 16. Lebensjahr und ist mit andauernden oder immer wiederkehrenden schmerzhaften Gelenkentzündungen von mindestens dreimonatiger Dauer verbunden. Hierzu gehören:

- Systemische juvenile chronische Arthritis (Still-Syndrom),
- seropositive Polyarthritis,
- Oligoarthritis Typ I (frühkindlich, auch Kleinmädchenform genannt),
- Oligoarthritis Typ II (ab Schulkindalter, auch Großjungenform genannt).

Als Untergruppe da von abzutrennen ist die seltenere juvenile Arthropathie bei Schuppenflechte. Auch bei Kindern, die unter chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden, kann es zu begleitenden rheumatischen Erkrankungen kommen. An einem chronisch entzündlichen Rheuma erkranken rund  1000 Kinder im Jahr neu, für Deutschland wurden fünf Neuerkrankungen pro 100 000 Kinder unter 16 Jahren ermittelt. Mädchen erkranken rund zweimal häufiger als Jungen. Hauptsächliches Erkrankungsalter sind das zweite bis fünfte. Sowie das fünfte bis zwölfte Lebensjahr.

Systemische juvenile chronische Arthritis

Die systemische juvenile chronische Arthritis ist auch unter dem Namen Still-Syndrom bekannt – nach dem englischen Pädagogen Sir George Still (1868 – 1941). Sie ist die schwerste Form der kindlichen Polyarthritis. Die Erkrankung tritt vor dem sechsten Lebensjahr auf, wobei das Geschlechtsverhältnis gleich ist. Hohes, über Wochen täglich schubweise auftretendes Fieber mit schwerstem Krankheitsgefühl geht mit fleckig-knotigem, rotem Hautausschlag einher. Mit dem Rückgang des Fiebers verschwindet. auch der Hautausschlag wieder. Lymphknoten, Milz und Leber können stark anschwellen. Bauchschmerzen, Herzbeutelentzündung, im weiteren Verlauf auch Lungen- und Nierenveränderungen, können sich einstellen. Dagegen finden sich keine Augenveränderungen oder Rheumaknoten. Anfangs klagen die betroffenen Kinder über allgemeine Muskel- und Gelenkschmerzen ohne sichtbare Gelenkschwellungen. Oft erst Monate oder Jahre später können sich deutliche arthritische Schwellungen einzelner oder auch mehrerer großer und kleiner Gelenke zeigen. Die Erkrankung verläuft oft in Schüben mit beschwerdefreien Zeiten und erneuten Krankheitszeichen. Ein Drittel leidet unter den Schüben, auch mit Zerstörungen zum Beispiel der Hand- und Hüftgelenke. Zwei Drittel der kranken Kinder werden spätestens mit der Pubertät wieder gesund. Fünf bis zehn Prozent der Kinder können an dieser Rheumaform sterben.

Seronegative Polyarthritis

Die seronegative Polyarthritis, auch als kindliche Polyarthritis oder polyartikuläre Form der juvenilen chronischen Arthritis bezeichnet, ist die zweithäufigste Rheumaform bei Kindern. Sie kann in jedem Kindesalter, auch schon im ersten Lebensjahr auftreten, wobei Mädchen häufiger als Jungen betroffen sind. Kennzeichnend ist der seitengleiche Befall der großen Gelenke und oft auch der Halswirbelsäule, seltener der Fingergelenke. Die Sehnen scheiden an Händen und Füßen können mitbetroffen sein. Ohne Behandlung kommt es dadurch zu Verkürzungen und Einschränkung der Beweglichkeit. Im Blutserum lassen sich keine Rheumafaktoren feststellen, daher der Name seronegative Polyarthritis. Der Verlauf dieser kindlichen Rheumaform ist günstiger als die Erwachsenenform, verursacht weniger Gelenkzerstörungen und wird von vielen Kindern langfristig überwunden.

Seropositive Polyarthritis

Die seropositive Polyarthritis, auch Erwachsenentyp der Arthritis genannt, ist bei Kindern relativ selten und betrifft bevorzugt Mädchen zu Beginn der Pubertät. Die Symptomatik ähnelt der chronischen Polyarthritis der Erwachsenen, mit symmetrischem Befall von Finger-, Zeh-, Hand- und Fußgelenken und auch frühzeitig der Halswirbelsäule. Im Blutserum können Rheumafaktoren gemessen werden, deshalb die Bezeichnung „seropositiv“. Die Krankheit schreitet rasch fort mit Gelenkzerstörungen, entzündlichen Gefäßveränderungen und Rheumaknoten in Weichteilen an Gelenken und Sehnenscheiden.

Oligoarthritis Typ I

An der Oligoarthritis Typ I erkranken überwiegend Mädchen zwischen dem ersten und sechsten Lebensjahr. Daher wird sie auch Kleinmädchenform genannt. Betroffen sind meist wenige, etwa ein bis vier Gelenke, und zwar nur an einer Körperseite. Davon leitet sich der Name ab: „Oligo-“ bedeutet wenig. Es handelt sich überwiegend um Gelenke an den Beinen, also Knie-, Sprung- und Zehengelenke. Aber auch Hand- und Ellenbogengelenke können arthritisch mitbefallen sein. Bei der Hälfte der Kinder tritt gleichzeitig eine Entzündung der Regenbogenhaut im Auge auf, auch als Iridocyclitis bezeichnet. Sie verläuft schleichend und oft beschwerdefrei, kann aber zu schwerwiegenden Sehstörungen führen. In seltenen Fällen geht die Oligoarthritis Typ I in eine Polyarthritis über. Im Allgemeinen aber sind die langfristigen Heilungsaussichten bei entsprechender Behandlung als günstig zu bezeichnen.

Oligoarthritis Typ II

Die Oligoarthritis Typ II betrifft überwiegend Jungen ab dem Schulkindalter mit meist asymmetrischen Gelenkentzündungen. Häufig sind es ein oder zwei große Gelenke an den Beinen – Hüft-, Knie- oder Sprunggelenke. Oft bestehen Schmerzen im Bereich von Sehnenansätzen, besonders an der Achillessehne der Ferse, aber auch an Knie, Beckenkamm, Schulterblatt oder Ellenbogen. Auch die Kreuz-Darmbein-Fugen oder die Wirbelsäule können im weiteren Verlauf befallen sein. Tiefsitzende Kreuzschmerzen, insbesondere nach längerem Sitzen oder Liegen werden oft beklagt. Rheumatische Mitreaktionen der Augen zeigen sich als Iridocyclitis mit Augenschmerzen, Rötung, Lichtscheu und Sehstörungen. Der Verlauf dieses  Rheumaleidens ist recht günstig. In seltenen Fällen geht es in eine Bechterewsche Erkrankung über.

Was sind die Ursachen?

Letztlich ist die Ursache der verschiedenen kindlichen Rheumaformen noch unklar. Genetische Veranlagung ist sicherlich ein Aspekt. Die Autoimmunreaktionen können nach vorangehenden Erkrankungen wie Virusinfektionen auftreten, oft sind jedoch selbst die Auslöser nicht bekannt.

Moderne Homöopathie für Kinder mit Rheuma

Die Antihomotoxische Behandlung erfolgt unterstützend zur schulmedizinischen Rheumatherapie. Prinzipiell kommen die Präparate in Frage, die bei der chronischen Polyarthritis von Erwachsenen aufgeführt sind. Allerdings wird man in aller Regel von Spritzen absehen. Die entsprechenden Mittel in Ampullenform können problemlos als Trinkampullen verwendet werden. Dabei wird die Dosis gemäß dem Alter des Kindes reduziert. Auch kann der Ampulleninhalt mit anderen flüssigen Zubereitungen gemischt werden, zum Beispiel Traumeel Tropfen oder Lymphomyosot Tropfen.

DOSIERUNG BEI SÄUGLINGEN UND KINDERN:  Die Dosierungsangaben in der Tabelle sind nur als praxisbewährte Richtlinien, keinesfalls als starres Schema anzusehen. Grundsätzlich sollte die Dosierung auch bei Kindern individuell erfolgen. Bei akuten Beschwerden kann die altersentsprechende Dosis alle 15 Minuten über einen zweistündigen Zeitraum verabreicht werden. Die Ampullen können in der angegebenen Dosierung auch als Trinkampullen in Wasser oder gemischt in Tropfen gegeben werden. Injektionen sollten bei kleineren Kindern nach Möglichkeit nicht durchgeführt werden.

Weitere Therapien für Kinder mit Rheuma

Die weiteren Therapien und Selbsthilfemaßnahmen entsprechen denen, die bei der Erwachsenenform der Polyarthritis genannt wurden. Auch hier sollten bei Medikamenten, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen die Dosierung dem Alter des Kindes angepasst sein. Nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren und Selbsthilfemaßnahmen können nur dann durchgeführt werden, wenn dies das Alter des Kindes zulässt und sie in kind gerechter Form praktiziert werden können.

Die systemische juvenile chronische Arthritis tritt vor dem 6. Lebensjahr auf.

Vorwiegend Mädchen können an einer Oligoarthritis Typ I erkranken.

Vorwiegend Jungen können an einer Oligoarthritis Typ II erkranken.

Wenn Kinder an Rheuma erkranken, ist sehr viel Eigeninitiative der Eltern gefragt

Dosierung homöopathischer Heilmittel bei Kindern.

Mittel  - Säuglinge und Kinder unter 2 Jahren  - Kinder zwischen 2-5 Jahren - Kinder ab 6 Jahren

Tropfen  allgemein - 3-mal 3 Tropfen - 3-mal 5 Tropfen - 3-mal 10 Tropfen

Lymphomyosot Tropfen -  3-mal 5 Tropfen - 3-mal 8 Tropfen - 3-mal 15-20 Tropfen

Tabletten  - 3-mal 1/2 Tablette - 3-mal 1 Tablette - 3-mal 1 Tablette

Ampulle 1,1 ml - 1/3 Ampulle - 1/2 Ampulle - 1 Ampulle

Ampullen 2,2 ml - 1/6–1/3 Ampulle - 1/4–1/2 Ampulle - 1 Ampulle

Auszüge aus dem Ratgeber: Rheuma - Sanfte Hilfe gegen den Schmerz