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Osteoporose-Symptome – Auf Frühzeichen achten!

Osteoporose ist eine still verlaufende Krankheit, die sich erst durch Schmerzen erkennbar macht, wenn sie bereits relativ weit fortgeschritten ist. Unspezifische Rückenschmerzen, für die keine Ursache gefunden wird, sind Frühsymptome. Schmerzen entstehen durch die Aktivität der knochenabbauenden Osteoklasten, die in den Wirbelkörpern besonders aktiv sind, sowie durch Verspannungen der Rückenmuskulatur.

Dies sind typische Symptome einer fortgeschrittenen Osteoporose

Akuter Rückenschmerz: Er wird verursacht durch Einbruch oder Bruch eines Wirbelkörpers. Nicht selten hören Betroffene ein Geräusch des Brechens oder Knackens im Rücken, verbunden mit einem einschießenden, stechenden Schmerz. Die Wirbel können aber auch ganz allmählich in sich zusammensacken. Mediziner nennen dieses Phänomen „Versintern“. Wirbelkörpereinbrüche werden manchmal als Hexenschuss oder Ischias fehldiagnostiziert, wodurch wertvolle Behandlungszeit verloren geht.

Chronischer Osteoporoseschmerz: Ein meist dumpfer, anhaltender Schmerz. Ursache ist eine Fehlstatik des Skeletts durch Über- oder Fehlbelastung des Bewegungsapparates.

Größenabnahme: Das Zusammenbrechen der Wirbelkörper führt zu einer Abnahme der Körpergröße zum Teil um mehr als 4 cm. Nur der Oberkörper wird kürzer, der Abstand von den Füßen zur Hüfte bleibt jedoch konstant. Durch die Verkürzung des Rumpfes kann der Rippenbogen den Beckenkamm schmerzhaft berühren.

Baastrup-Syndrom: Die Höhenminderung der Wirbelkörper führt zu einer schmerzhaften Berührung der Dornfortsätze. Bei akuten Rückenschmerzen immer auch an Osteoporose denken.

Witwenbuckel: Durch keilförmigen Einbruch der Brustwirbel entsteht der typische Rundrücken, der gemeinhin als Witwen- oder Witwerbuckel bezeichnet wird.

Osteoporose-Bäuchlein: Wenn sich die Wirbelsäule verkürzt, wird der gesamte Rumpf nach vorne gebeugt und der Bauch wölbt sich durch zu schwache Bauchmuskulatur nach vorne.

Tannenbaumphänomen: Die Wirbelsäule wird bei Osteoporose kürzer, die Haut aber bleibt. Das führt zu charakteristischen Hautfalten vom Rücken zu den Flanken, die von Medizinern als Tannenbaumphänomenbezeichnet werden.

Knochenbrüche: Das am meisten gefürchtete Symptom der Osteoporose sind Knochenbrüche. Manchmal ist der Knochen durch die Entmineralisierung so sehr geschwächt, dass schon ein leichter Sturz genügt, um ihn brechen zu lassen. Besonders komplikationsreich bei älteren Frauen sind Stürze auf die Hüfte mit Fraktur (Bruch) des Oberschenkelhalses. Brechen Knochen ganz ohne äußere Einflüsse, ist dies ein Zeichen für eine weit fortgeschrittene Osteoporose-Erkrankung. Beispiele sind Wirbelkörpereinbrüche oder Rippenbrüche durch Husten.

Durch die Osteoporoseschmerzen entsteht schnell ein Teufelskreis. Wenn man Schmerzen hat, beschränkt man automatisch seine Bewegungen und nimmt eine Schonhaltung ein. Dadurch wiederum entstehen Muskelverspannungen, die ihrerseits schmerzhaft sind. Nach einem mehrjährigen Krankheitsverlauf sind bis zu einem Drittel der Patienten auf Hilfe im Alltag angewiesen. Dieser Verlust an Lebensqualität darf in der Liste der Osteoporose-Symptome keineswegs fehlen.

Diagnose und Behandlung der Osteoporose

Der für die Osteoporose charakteristische Knochenschwund kann im Frühstadium durch Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) festgestellt werden. Die Osteodensitometrie (von griech. osteos = Knochen und lat. densus = dicht) ist das einzige wissenschaftlich anerkannte Verfahren, das frühzeitig eine Verminderung der Knochendichte erkennen lässt, bevor die für die Osteoporose charakteristischen Spätkomplikationen, die Knochenbrüche, aufgetreten sind. Als genaueste Methode hat sich die Doppelröntgen-Absorptiometrie (DXA, dual energy X-ray absorptiometry) durchgesetzt. Sie gilt in der Fachwelt als das aussagekräftigste und genaueste Verfahren um die Osteoporose möglichst frühzeitig zu erkennen. Standardmäßig wird die Messung an zwei Orten vorgenommen, z. B. am linken Hüftgelenk und an der Lendenwirbelsäule. Aber auch der Unterarm und andere Körperstellen sind geeignet. Leider werden die Kosten für die Messungen von den Krankenkassen nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa Osteoporoseverdacht, Cortisoneinnahme über einen längeren Zeitraum oder bei bestimmten Magen-Darm Erkrankungen übernommen.

Das Ergebnis der Knochendichtemessung wird anhand des so genannten T-Wertes angegeben. Der T-Wert bezeichnet die Abweichung der Knochendichte von der mittleren Altersnorm junger Erwachsener. Ein T-Score von -2,5 SD (Standardabweichung) ist als Osteoporosegrenze festgelegt. Die Knochendichtemessung kann noch durch eine Blutuntersuchung ergänzt werden. Sie gibt Hinweise darauf, ob bestimmte Erkrankungen vorliegen, die eine Osteoporose nach sich ziehen. Eine Osteoporose kann umso erfolgreicher therapiert werden, je früher die Behandlung begonnen wird. Bei ausreichend frühem Behandlungsbeginn ist eine Heilung der Osteoporose möglich.

Risikofaktoren für das Auftreten von Osteoporose

Nicht beeinflussbar

Potenziell beeinflussbar

Schulmedizinische Therapie

Ziel der Osteoporosetherapie ist es, die tragfähige Knochenmasse zu erhalten oder zu vermehren. Dem Weibliches Geschlecht Zu geringes Körpergewicht (BMI < 19) Knochenbruch nach dem Rauchen 40. Lebensjahr in der Vorgeschichte Übermäßiger Alkoholkonsum Erbliche Belastung Kalziumarme und zu phosphatreiche Ernährung (Oberschenkelhalsbruch der Mutter) Verdauungsstörungen mit chronischen Durchfällen Alter über 80 Jahre oder Erkrankungen wie Morbus Crohn, Frühe Menopause Colitis ulcerosa Vitamin-D-arme Lebensweise (Ernährung und Besonnung) Zu wenig körperliche Aktivität (vor allem bei Phasen längerer Bettruhe oder Lähmungen) Längere Behandlung mit cortisonhaltigen Medikamenten behandelnden Arzt steht eine Reihe von wirksamen Medikamenten zur Verfügung, die das Risiko von Knochenbrüchen entscheidend vermindern können.

Hier die typischen Osteoporose-Medikamente

Bisphosphonate: Es handelt sich hier um Phosphorverbindungen, die eine der Knochenmatrix ähnliche chemische Struktur aufweisen. Sie hemmen die knochenabbauenden Osteoklasten, die Aktivität der Osteoblasten bleibt jedoch erhalten. Dadurch kann eine gewisse Erhöhung der Knochendichte erreicht werden. Sie sollten nicht während der Schwangerschaft bzw. der Stillzeit, bei Nierenfunktionsstörungen und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes eingesetzt werden.

Kalzitonin: Kalzitonin ist ein in der Schilddrüse gebildetes Hormon, das bei Frauen in der Osteoporosetherapie als Alternative zu einer Therapie mit Östrogenen eingesetzt wird. Kalzitonin hemmt die Freisetzung von Kalzium und Phosphat aus den Knochen und fördert ihre Einlagerung in die Knochenmatrix. Es besitzt eine schmerzstillende Wirkung, weshalb es häufig zur Schmerzlinderung bei Frakturen eingesetzt wird. Verabreicht wird es in Form von Spritzen und Nasensprays.

Calcitriol: Der Körper ist in der Lage, aus UV-Strahlen und einem Cholesterinabkömmling Vitamin D selbst herzustellen. In Leber und Niere erfolgt dann die Umwandlung in die eigentlich wirksame Hormonform, das so genannte Calcitriol. Bei vielen älteren Menschen ist diese Umwandlung in der Niere gestört, sodass sie auf eine direkte Zufuhr dieses Hormons angewiesen sind. In diesem Fall sollte eine weitere Vitamin-D-Ergänzung unterbleiben und die Kalziumaufnahme durch die Nahrung zumindest reduziert werden.

Fluoride: Fluoride fördern den Knochenaufbau, indem sie die Osteoblastenaktivität erhöhen. Zu einem gewissen Teil wird Fluorid in die Knochenmatrix eingebaut und erhöht so die Knochendichte. Eine Überdosierung mit Fluoriden kann jedoch auch negative Auswirkungen haben. Eine übermäßige Fluoridzufuhr führt zu einer Störung der Knochenstruktur (Fluorose), was die Frakturanfälligkeit trotz erhöhter Knochendichte verstärkt.

Hormonersatztherapie (HET): Die fehlende Östrogenproduktion nach den Wechseljahren ist eine der häufigsten Ursachen der Osteoporose. Östrogene hemmen direkt den Knochenabbau, sie verringern die Kalziumausscheidung und erhöhen die Kalziumaufnahme. Die weiblichen Geschlechtshormone sind noch immer die effektivste Therapie gegen fast alle Beschwerden der Wechseljahre und gegen Osteoporose.
160 Osteoporose – Wenn Knochen brüchig werden.
Nach einer Entscheidung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dürfen Hormone zur Vorbeugung vor Osteoporose nur noch Frauen verordnet werden, die aufgrund von Osteoporose stark knochenbruchgefährdet sind und andere Behandlungsmöglichkeiten nicht vertragen.

Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs): Als Weiterentwicklung der Östrogentherapie entstanden die selektiven Östrogen- Rezeptor-Modulatoren. Einziger verfügbarer Vertreter ist bisher der Wirkstoff Raloxifen. Er stabilisiert die Knochen und senkt die Blutfette. An der Gebärmutter und an den Brustdrüsen greift dieses Medikament hingegen nicht an. Blutungen bleiben daher aus, das Risiko für Brustkrebs ist nicht gesteigert.


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